Demonstration auf dem Marktplatz Bischofswerda (15.10.2015)

Bischofswerda: Es ist wohl DAS Thema, was Deutschland derzeit spaltet. In den Nachrichten läuft es rauf und runter – das Thema ASYL. Ich habe eigentlich gesagt, dass ich mich von diesem Thema auf RocciPix versuche fernzuhalten, da ich jeglichen Ärger aus dem Weg gehen möchte, dennoch habe ich mich heute Nachmittag dazu entschlossen, mir die Demonstration auf dem Bischofswerdaer Marktplatz anzuschauen, zuzuhören, zu begleiten und viele Gespräche zu suchen.

Zuerst habe ich einen kurzen Blick in die Kirche gewagt, in der 18:30 Uhr die Mahnwache begann. Meiner Meinung nach diesmal etwas weniger, als noch vor 14 Tagen. Schade eigentlich. Aber auch auf der anderen Seite, bei der Demo auf dem Markt, waren weniger als noch vor 14 Tagen. Kurz nachdem die Glocken ihr Leuten beendeten, startete die „Veranstaltung“ auf dem Markt. Mehrere Redner und Rednerinnen hielten ihre Ansprachen und gaben ihre Meinung kund. Der eine teilte sie, die anderen sicherlich nicht. Nicht nur vor dem „Rednerpult“, sondern auch auf dem ganzen Markt und drumherum standen Leute. Einige, die nur gucken wollten was los ist, andere die nicht direkt mit „dazugehören“ wollten, aber doch die Meinung teilen.

Ich bin ein ehrlicher Mensch und habe auch eine geteilte Meinung zum Thema Asyl. Es gibt da die einen, die hier her kommen und sich benehmen wie die Axt im Walde, Frauen und Kinder belästigen oder Schlägereien anzetteln. Grade „solche“, und das ist meine ehrliche Meinung, die sich hier in keinster Weise an die Regeln halten, diese sollte man – so blöd es klingt – als erstes in den Bus setzen und ihnen klar zeigen, so nicht! Sicherlich gibt es auch viele von „uns“, die sich absolut nicht benehmen können, doch die sperrt man auch weg, bestraft sie. Und nein, ich bin sicher nicht rechtsgesinnt, aber wir können auch nicht in „unserer“ Stadt scheiße bauen wie wir wollen oder in andere Länder reisen … egal, ihr wisst was ich meine.

Wer sich hier integriert, benimmt und sich auch anpasst, gegen die habe ich sicherlich nichts. So bestätigten mir auch sehr viele Teilnehmer auf dem Markt, auch eine der Rednerinnen, dass sie nichts gegen Asylbewerber haben, die sich auch benehnen – an die Regeln halten – und die, die wirklich vor Krieg flüchten. Wirtschaftsflüchtlinge sowie die aktuelle fehllaufende Asylpolitik, der Asylmissbrauch, dass ist der Grund, warum die meisten immer wieder auf die Straße gehen. So auch das dritte Mal in Bischofswerda, das zweite Mal auf dem Marktplatz.

Ich muss aufpassen, dass ich mich jetzt nicht zu sehr in das Thema reinsteiger, etwas falsche sage – was gleich wieder negativ aufgenommen wird. Daher noch eine kleine Geschichte vom Dienstag. Immer mal wieder schau ich im Asylbewerberheim in Belmsdorf vorbei. Durch einige Veranstaltungen sowie dem Sport habe ich hier schon einige Bewohner kennengelernt – echt nette Leute! Ein lieben Gruß an der Stelle auch an die Schüler vom Goethe-Gymnasium, die sich immer wieder für das Heim einsetzen. Eine Familie habe ich am Dienstag begeleitet, die vom Heim in ihre erste eigene Wohnung in Bischofswerda gezogen sind. Fast 3 Stunden habe ich Schränke mit abgebaut, eingeladen, ausgeladen, aufgebaut – und ihr wisst garnicht, wie dankbar die drei waren. Eine gute Tat kann man schon mal vollbringen.

Die Tochter geht übrigens in Bischofswerda aufs Gymnasium, 11. Klasse, der Bruder ist jetzt in der 8. Klasse. Beide sprechen schon sehr gut deutsch und lernen fleißig weiter. Die Mutter, spricht 5 Sprachen, fast alle davon fließend. Mit Deutsch hat sie noch ein paar Probleme, ist aber weiter dran, fleißig zu lernen. Eigentlich perfekt als Dolmetscherin für das neue Heim, oder allgemein, um zwischen Flüchtlingen und Deutschen zu vermitteln. Doch was ich nicht verstehe: Sie sollen wohl wieder zurück, abgeschoben werden. Warum? Hieß es nicht, Frachkräfte werden gebraucht? Grade in der aktuellen Situation wäre diese Frau ein Hauptgewinn für die Stadt Bischofswerda. Ich hoffe für die drei, dass es hier ein positives Happy End gibt – drücke hier die Daumen!

Okay, zurück zum eigenlichen Thema – die Demo. Die knapp 350 Teilnehmer – so die offizielle Zahl der Polizei – liefen vom Markt die Kirchstraße hinab, am Wesenitzsportpark vorbei, über die Kinostraße und wieder zurück die Bahnhofsstraße entlang in Richtung Marktplatz. Neben Thomas Marschner, Engelbert Merz und Simon Richter sprach auch Cindy Keiluweit zu den Teilnehmern. Sie sprach das aus, was viele denken, sicher aber nicht zu sagen trauen. Die Schiebockerin macht sich sorgen um Bischofswerda, sorgen um die Bewohner, grade wegen der vielen jungen Männer, die immer in größeren Grüppchen durch die Stadt laufen. Sie hat Angst vor Übergriffen. Auch eine Belmsdorfer Familie, die ich traf, hat immer ein Pfefferspray dabei, um sich zu schützen. Es ist schade, dass man schon so weit gehen muss, …

Etwas großes ist bisher nicht passiert, zum Glück! Hoffen wir, dass es auch so bleibt und die Bürger von Bischofswerda sich auch weiterhin friedlich und frei in der Stadt bewegen können. Die bösen „Rechten“, oder „Nazis“, wie sie immer gleich beschimpft werden, sind gar nicht solche Menschenfresser, wie immer berichtet wird. Und wer anschließend noch gemeinsam in einen türkischen Dönerladen geht, der kann gar nicht so rechts sein. 😉

Passt trotzdem weiter auf euch auf, zettelt nicht unnötig Stress an und bleibt sauber. Das zählt für uns, die hier seit Jahren leben und ebenso für die, die hier Asyl suchen. Negativstes Erlebnis war ein Asylbewerber, der vor dem Start der Demonstrationsveranstaltung alleine versuchte, die Demonstranten zu provozieren. Alle blieben cool und Engelbert Merz konnte denjenigen beruhigen. In diesem Sinne, bleibt sauber!

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