Planespotting – Ein seltenes aber interessantes Hobby

Kamenz: Planespotting, klingt im ersten Moment sicher ziemlich komisch, aber dahinter steckt echt ein interessantes Hobby. Spotting hat nichts mit spotten zutun, also über jemand herziehen, sondern hier zieht man sich eher etwas rein – rein in seine Kamera. Beim einem Spotter handelt es sich um eine Person, die bestimmte und gezielte Objekte fotografiert. Beim Planespotting handelt es sich um das Fotografieren von Flugzeugen. Klingt ja eigentlich ganz logisch! 😉

Auch ich kenne jemanden, die mit großer Leidenschaft auf Flughäfen geht, um die schönsten und größten Flugzeuge abzulichten. Es handelt sich hierbei um die 16-jährige Anja aus Kamenz, die zu gern nach Zürich fliegt und sich regelmäßig auf dem Züricher Flughafen zum Spotting sehen lässt. Weil es so ein seltenes Hobby ist, hab ich mich mal mit Anja im Chat zusammengesetzt und sie mal ausgequetscht.

Hier das Interview mit ihr! 🙂


Rocci: Zürich ist ja nicht grade um die Ecke von Kamenz. Warum hat es dir grade dieser Flughafen in der Schweiz so angetan?

Anja: Ob man in DRS abfliegt oder in ZRH, da gibts einen großen Unterschied. Vor ca. zwei Jahren bin ich das erste mal nach Zürich geflogen, um mir die Stadt anzuschauen. Ist übrigens auch eins meiner Hobbys, das Reisen. Ich war total fasziniert von diesem Kosmos-Flughafen und der Größe. Schon wenn man mit einem kleineren Flugzeug landet oder an einem Terminal weiter abseits vom Hauptgebäude, dann fährt man erst mal 10 Minuten mit dem Zubringerbus über das Rollfeld bis zum eigentlichen Gate. Man steht eben zwischen 30 anderen Gepäckbändern, nicht nur an einem zwischen 3 oder 4 anderen wie in Dresden. Die Ankunfts- und Abflugtafeln sind weitaus größer als in Dresden und aller 5-10 Minuten starten oder landen mindestens 2 Flugzeuge. Was die Flugzeugtypen und auch die Größe der Flugzeuge sind total vielfältig. Es gibt mehrere Start- und Landebahnen und man hat sofort beim Betreten des Flughafengeländes das Gefühl, der großen weiten Welt ein Stück näher zu sein.


Rocci: Auf welchen Flughäfen warst du neben Dresden und Zürich bisher alles Spotten? Gibt es da noch andere?

Anja: Obwohl ich in der Nähe von Dresden wohne, ist das nicht meine „Homebase“. Am meisten bin ich in Zürich spotten. Sonst bin ich nur mal in Berlin, Köln, München und Amsterdam spotten gewesen. Allerdings hatte ich da nur wenig Zeit und habe mehr durch Zufall gespottet.


Rocci: Da kommst ja ganz schön rum. In welchen Ländern warst du bisher alles schon?

Anja: Puh, ich bin viel und auch sehr gern unterwegs. Ich war zum Beispiel schon in Frankreich, Italien, Irland und Norwegen. Ansonsten war ich auch in Deutschland in vielen kleineren und größeren Städten unterwegs.


Rocci: Gibt es denn ein Land bzw. Flughafen, der ganz oben auf deiner Wunschliste steht?

Anja: In Amsterdam war ich bisher nur als Passagier, so richtig Spotten direkt am Runway, das wärs – dort ist noch mehr los, denn es ist ja der größte Flughafen Europas. Nach Dubai will ich auch mal und in China oder Japan an einen der futuristischen Megaairports würde ich auch gern. Ein Highlight wäre aber Sint Maarten! Die Landebahn beginnt direkt am Strand, 10 Meter neben dem Meer. Dort ist das spotten zwar auch etwas gefährlich, aber der Funfaktor muss da echt hoch sein, wenn das Flugzeug zwei Meter über deinem Kopf „einschwebt“.


Rocci: Hast du dich schon mal in Gefahr begeben, um ein tolles Foto zu bekommen, oder gehst du immer nur auf Nummer sicher?

Anja: Bisher war ich nur auf Zuschauerterrassen oder weiter weg an der Straße. Meist sind wirklich mehrere Motive und Blickwinkel gegeben, ohne dass man sich in Gefahr begeben muss. Bei Sint Maarten würde ich da aber auch eine Ausnahme machen.


Rocci: Ich denke jeden, der hier grade dieses Gespräch liest, der fragt sich eins: Wie bist du überhaupt zu diesem seltenen Hobby gekommen? Was genau findest du an den Flugzeugen so faszinierend?

Anja: Wenn ich ein Flugzeug am Himmel über mir sehe, wünschte ich, ich säße selbst da drin. Ich finde das Fliegen ist eine der angenehmsten Arten zu Reisen. Wie ich dazu gekommen bin weiß ich gar nicht mehr so genau, aber mit der Zeit war ich einfach interessiert daran möglichst viele Flugzeugtypen von den unterschiedlichen Airlines vor die Linse zu bekommen. Der „Flugzeuglärm“, der Kerosingeruch und die Faszination wie solche Megatonner in die Luft abheben – das ist meine Welt!


Rocci: Du sprichst von Flugzeugtypen. Was war denn da bisher dein bester „Fang“?

Anja: Auf jeden Fall der A380 von Emirates! Das größte Passagierflugzeug der Welt mit einer sehr schönen Livery (Lackierung). Letztens hab ich aber auch die kleinen Propellermaschinen, z.B. die ATR72, für mich entdeckt, von so einer fehlt mir aber leider noch der perfekte Schuss.


Rocci: Du steckst voller Begeisterung in diesem Thema, das merkt man dir an. Wie oft bekommst du komische Blicke oder Kommentare zugeworfen? Siehst du drüber hinweg, was denkst du in dem Moment?

Anja: Manchmal werde ich gefragt, was ich am nächsten Tag so vorhabe. Wenn ich dann sage ich gehe Planespotten, dann bekomme ich auch ab und an mal die Antwort „Warum macht man Fotos von Flugzeugen? Ist doch langweilig.“ Mir ist sowas egal, es ist mein Hobby, es macht mir Spaß und ich kenne auch viele Leute, die sich auch für mich freuen oder mich loben, wenn ich ein besonders gutes Bild hinbekommen habe. Öfters noch bekomme ich da zu hören, das Flugzeuge doch eher Jungssache seien. Na und, dann bin ich eben ein Mädchen mit einem außergewöhnlichen Hobby. Ich bin stolz darauf!


Rocci: Was würdest du unseren Lesern zum Thema „Planespotting“ am Ende noch mit auf den Weg geben?

Anja: Planespotting ist zwar bei uns in der „Provinz“ unbekannt, aber vor allem in Zürich oder Amsterdam ist man als Spotter keine Ausnahme! Dort kenne ich viele Spotter, die jüngsten sind 14 Jahre, die ältesten Mitte 60. Wer immer noch Fragezeichen im Kopf oder Interesse hat, kann sich gern an mich wenden und wer ein Bild von seinem Urlaubsflieger haben möchte, sagt einfach bescheid, ich spotte euren Flieger gerne! Ich kann nur sagen, es ist ein sehr abwechslungsreiches Hobby an der frischen Luft! 🙂

Rocci: Vielen Dank Anja! Wer Interesse hat und mit ihr Kontakt aufnehmen will, kann sich gern an die unten stehende Emailadresse wenden! 😉


Natürlich wollen wir euch auch ein paar Bilder von ihren Besuchen zeigen. Ihre allerbesten Bilder hat sie uns zur Verfügung gestellt:

Bilder von Anjas Planespotting:

Informationen zu der hier veröffentlichten Bildergalerie:

  • Die Rechte an den hier veröffentlichten Bilder liegen bei der Fotografin Anja Laube.
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