Pulsnitz: Freundinnen wollen Linda zurück (11.07.2016)

Pulsnitz: Seit dem 01.07.2016 wird die 15-jährige Linda W. aus Pulsnitz vermisst. Indizien lassen darauf hinweisen, dass sie höchstwahrscheinlich nach Syrien abgehauen ist, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen. Erst als eine Übernachtungs-Lüge bei den Eltern aufflog, suchten sie nach ihr.

Linda hatte angegeben, bei einer Freundin zu übernachten, war hier aber schon auf dem Weg von Dresden nach Frankfurt am Main, um von dort einen Flieger nach Istanbul zu nehmen. Sie fälschte die Erlaubnis der Eltern und konnte somit ohne Probleme das Land verlassen. Beweise für den gebuchten Flug nach Istanbul fand die Polizei bei einer Durchsuchung im Zimmer von Linda. Seit dem 03.07.2016 ist Linda international zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Freundinnen von Linda sind fassungslos und wollen sie unbedingt zurück. Seit über 2 Jahren waren sie dickste Freundinnen, bekamen aber mit, dass Linda sich schon eine Weile für den Islam interessierte und die Religion annehmen wollte. Ihren Freundeskreis konnte sie vom Thema aber nicht überzeugen. Vor etwa einem halben Jahr fing sie mit dem Thema an, informierte sich im Internet über die Religion und knüpfte über Facebook Kontakte zu Leuten, die grade beim Thema IS weit oben stehen.

Linda selbst war ein ruhiges, aber lustiges Mädel. Sie hatte nicht all zu viele Hobbys, unternahm aber gern was mit ihrer Clique. Auch in der Schule war Sie sehr gut, hatte einen Durchschnitt von 2,1 und freute sich schon auf das letzte Schuljahr. Die anderen Fünf Mädels aus ihren engen Freundeskreis bemerkten, dass sie sich immer weiter von ihnen abschottete. Sie kleidete sich auch anders, war immer – egal wie warm es war – lang angezogen und hatte auch im Sommer einen Schal um.

Linda erzählte ihren Freundinnen auch von den Kontakten, die sie geknüpft hat. Zum einen gab es eine Familie aus Dresden, die ebenfalls dem IS angehören und sie mit allen Informationen zum Thema Islam ausstatteten. Auch eine 19-Jährige aus Hamburg hatte regelmäßigen Kontakt zu Linda. Sie schickte auch öfters Pakete nach Pulsnitz mit Sachen, auch einem Koran.

Bevor es in die Sommerferien ging, versuchten sie noch einmal mit Linda zu reden, sie vom Thema abzubringen. Weggehen wollte Linda aber nie, freute sich schon auf die 10. Klasse mit den Freundinnen und hatte noch viel vor. In der Schule hat sich Linda bereits darüber informiert, ob sie auch ein Kopftuch tragen dürfte. Auch einer Vertrauenslehrerin soll sie sich anvertraut haben. Niemand ahnte aber, dass sie nun einfach so davon geht, allein zum Islam.

Jule und Jessica (Foto) sind fassungslos und traurig. Jeden Tag hoffen sie, etwas von Linda zu hören und darauf, dass sie zurück zu ihnen kommt. Denn es fehlt ein Teil der Clique, ein Teil in ihrem Leben. Gemeinsam schauten sich die beiden noch einmal Erinnerungen an, Fotos und Videos aus den gemeinsamen Zeiten. Von der Klassenfahrt nach Frankreich, von Ausflügen der Mädels, von lustigen Momenten die auf Bild oder Video bei den Mädels Zuhause aufgenommen wurden.

Folgende Worte würden die Freundinnen von Linda ihr gern persönlich sagen, sofern sie könnten: „Linda, was ist nur los? Warum machst du soetwas? Wir machen uns große Sorgen um dich und wollen dich einfach nur wieder hier bei uns haben. Wieder in unsere Arme nehmen, nicht nur in unseren Gedanken, sondern richtig. Denk doch mal bitte an die tollen Zeiten zurück, wo wir gemeinsam gelacht haben und Blödsinn getrieben haben. Wie damals, als wir zum Beispiel heimlich in die alte Schule gestiegen sind. Wir möchten diese Zeit mit dir nicht verlieren, komm doch bitte heile wieder zurück zu uns, wir lieben dich! Deine Mädels.“

Wir können nur hoffen, dass Linda den Schalter in ihren Kopf wieder umlegt und zurück nach Pulsnitz kommt, zurück zu ihrer Familie und zu ihren Freundinnen.

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